ICA, International Christian Aid


 

Offene Türen für die Ärmsten




An einem Abend im September sah ich auf dem Nachhauseweg eine ungefähr 50-jährige Frau mit einem 6 Monate alten Baby in ihren Armen auf einer Bank sitzen. Zwei weitere Kinder im Alter von 4 und 6 Jahren spielten in der Nähe, neben ihr stand ihr Gepäck. Die Frau sah sehr schlecht aus. Zusammen mit meinen Begleitpersonen gingen wir darum zu ihr hin und fragten sie nach ihrem Befinden.

Sie begann zu weinen und erzählte uns, dass sie seit zwei Tagen im Bahnhof schlafe, weil sie keinen Ort habe, wo sie hingehen könne. Die Kinder seien ihre Nichten und Neffen, die Mutter von ihnen sei zum Arbeiten nach Deutschland gefahren.

Wir kannten die Frau vom Sehen, da sie früher im Ady-Slum gewohnt hatte. Wahrscheinlich wurde sie wegen Mietschulden auf die Strasse gestellt und ihre Nichte, die Mutter der Kinder, musste deshalb Arbeit suchen. Der Vater der Kinder ist gestorben, ihr Mann ebenfalls. Ihre beiden Söhne wollen sie nicht bei sich leben lassen.

Die ganze Geschichte war für mich nicht sehr klar, aber ich sah, dass die Kinder müde und hungrig aussahen. So entschied ich mich, sie zu mir nach Hause zu nehmen und bei mir schlafen zu lassen. Dort nahmen sie alle zuerst einmal ein heisses Bad und waren glücklich, etwas essen zu können. Die Kinder schliefen nach dem Essen sofort ein. Ich sprach noch lange mit der Frau, verstand ihre Probleme aber immer noch nicht ganz. Sie sagte, dass sie am nächsten Tag zu ihrer Tante ins Dorf fahren wolle, um dort auf ihre Tochter zu warten.

Ich erzählte ihr von Jesus und betete mit ihr, dann ging auch sie schlafen. Ich habe keine Ahnung, warum Gott mir diese Frau ins Haus brachte. Am nächsten Tag erzählte ich auch den Kindern von Jesus und freute mich sehr, wie begeistert sie zuhörten und wie offen ihre Herzen waren. Dann gab ich ihnen noch etwas Geld und brachte sie zur Busstation. Das wars. Obwohl ich immer noch nicht ganz verstehe, was der Sinn dieser Begegnung war, bin ich doch sicher, dass es Gott so geführt hatte und er weiter an ihnen wirken wird!

Rozalia Kalanyos

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