Segen weitergeben

Wir hatten die Möglichkeit, kurz vor Weihnachten nach Rumänien zu fahren und die Arbeit rund um Hanspeter Studer kennen zu lernen.
Diese Zeit war das Beste, was uns passieren konnte, das war uns schon kurz nach unserer Ankunft klar. Es waren sehr bewegende Tage – fernab vom westeuropäischen Weihnachtsrummel. Hier begegneten wir einer für uns unbekannten Armut, aber einer riesigen Herzlichkeit. Wir waren willkommen und wurden von verschiedenen Menschen liebevoll aufgenommen.
Der Fokus lag in diesen Tagen auf dem Kinderchor von Rozi Studer, welcher an verschiedensten Orten auftrat und für viele Menschen Lieder anstimmte und auf diese Weise Licht und Freude verbreitete. Es spielte dabei keine Rolle, ob die Lieder in einem Treppenhaus für 2-3 Personen gesungen wurden oder ob eine grössere Anzahl Zuhörer den Kindern lauschte.
Einer der bewegendsten Momente war das Singen in einem Altersheim. Nach dem Vortragen der Lieder strömten die Kinder aus und brachten den alten Menschen Kalender und Getränke. Dann formierten sich einige kleinere Gruppen. Die Kinder standen um einzelne ältere Personen und begannen ihnen nochmals Lieder zu singen. Sie legten ihnen anschliessend die Hände liebevoll auf die Schultern. Nach dem kurzen persönlichen Konzert begannen die Kinder für die Frauen und Männer im Altersheim zu beten. Mit Leidenschaft dienten die jungen Kinder den älteren Hausbewohnern. Bei etlichen begannen die Tränen zu rollen.
Ganz offensichtlich haben es diese älteren Menschen in diesem Heim wesentlich besser als die Kinder, welche in den Slums leben, jetzt aber kamen und ihnen diese Liebe entgegenbrachten. Da wurden Grenzen gesprengt und die Kinder gaben weiter, was sie in vergangener Zeit kennengelernt und zu leben begonnen haben. Sie wurden zum Segen für viele. Obwohl sie sehr wenig haben, gaben sie das Beste weiter, das sie in Ihrem Herzen tragen.
Das bewegte auch uns. Die Kinder wuchsen uns in diesen wenigen Tagen fest ans Herz und der Abschied schmerzte uns. Es bleiben uns Erinnerungen und die Gewissheit, dass in Targu Mures viele Lichter zu scheinen begonnen haben, die dabei sind, andere Menschen anzustecken mit der wunderbaren Liebe des Lichts der Welt – Jesus Christus.
Benjamin Nyffenegger,
Franziska Zosso



