Kindergarten ja oder nein?

Kinga und Laura sind zwei kleine Schwestern im Alter von fünf und sieben Jahren. Sie wohnen im Ady-Slum in einer schäbigen Hütte. Dieses Jahr begannen sie unsere Programme zu besuchen.
Am Anfang waren sie sehr scheu und schauten traurig drein. Wenn wir sie manchmal besuchten, trafen wir sie alleine zu Hause an, weil ihre Eltern beide arbeiten mussten.
Im Kinderprogramm merkten wir, dass sie zwei kluge und aufgeweckte Mädchen sind. Sie begannen mitzusingen, zu beten und auch zu lachen! Als das neue Schuljahr begann, nahm ich an, dass sie nun in den Kindergarten gingen. Aber als ich sie darauf ansprach, verneinten sie. Ich traf mich mit ihren Eltern und motivierte sie, ihre Mädchen doch in den Kindergarten zu schicken. Als sie einwilligten, machte ich mit der Mutter ab, dass ich sie und ihre Kinder am ersten Tag begleiten würde. Im Kindergarten ermutigte ich die Mutter alles Nötige mit der Kindergärtnerin zu besprechen. Im Verlauf des Gesprächs merkte ich, dass die Mutter gar nicht alles verstehen konnte, da ihr das Sprachniveau zu hoch war. Sie selber besuchte nie eine Schule oder absolvierte eine Ausbildung. Ich half auf beiden Seiten mit Erklären und wir waren alle glücklich, dass wir die Kinder einschreiben konnten. Als ich am nächsten Tag die Familie besuchte, war ich froh, dass die Eltern die Mädchen in den Kindergarten schickten. Die beiden sind sehr glücklich, dass sie die Möglichkeit haben nun den Kindergarten zu besuchen!
Gott segne Sie,
Rozalia Studer



