Obdachlose werden zu Ehrengästen

Vom 21. – 24. Februar besuchten wir das ICA-Team in Targu Mures. Was wir in diesen Tagen erlebten, hat uns tief beeindruckt. Am eindrücklichsten war für uns der Gottesdienst vom Sonntag Abend.
Seit Anfang dieses Jahres werden auch die Obdachlosen, die am Bahnhof von Targu Mures leben, eingeladen. Innert weniger Minuten war der Raum mit den ca. 50 Stühlen bis auf den letzten Platz gefüllt. Wir erlebten herzliche Begrüssungsszenen – aber sie forderten uns heraus. Menschen streckten uns ihre Hände entgegen und schenkten uns ein Lachen – aber viele von ihnen waren verwahrlost, ihre Hände schwarz vor Dreck, sie rochen fürchterlich und sahen erbärmlich aus.
Doch diese Menschen wurden vom Team und den Gemeindegliedern herzlich und ohne Berührungsängste empfangen und so zog es auch uns mit hinein. Einige der Obdachlosen folgten dem Aufruf, ihr Leben Jesus anzuvertrauen, damit mit seiner Hilfe gute Früchte in ihrem Leben entstehen können und beteten das Gebet der Lebensübergabe mit.
Am Ende galt es die Spannung auszuhalten, dass nach solch intensiven Momenten die Menschen wieder zurück zum Bahnhof gefahren werden, zurück in die kalte Nacht, in den Dreck, die trostlose Umgebung und den Überlebenskampf. Den Ausstieg aus ihrem Elend schaffen diese Menschen nicht dadurch, dass sie nun von ICA mit allem, was sie materiell benötigen, versorgt würden. Sie werden punktuell auch materiell versorgt, aber wesentlich ist, dass sie selber die Veränderung wollen, den Kampf aufnehmen und Schritte tun. Dazu braucht es weiterhin Gottes machtvolles Eingreifen in ihrem Leben. Gott gibt in seinem Wort klare Zusagen, dass er zu den Armen in dieser Welt steht.
Daniela und Martin Schneider,
BewegungPlus Sissach



