ICA, International Christian Aid


 

Taufe im eiskalten Wasser




Heute ist ein ausserordentlicher Tag – 11. Jan. 2009, es ist Sonntagmorgen, minus 11 Grad Celsius zeigt das Thermometer im Auto an.

Wir fahren ins Baneassa Quartier und holen dort drei Männer ab: Csabi, Micky und Zsigobacsi. Auf einer holperigen Naturstrasse fahren wir dem Mures (unseremFluss) entlang. Der grösste Teil des Flusses ist gefroren. An der markierten Stelle steigen wir aus und gehen zum Fluss hinunter. Innerhalb von zwei Tagen ist ein weiterer Teil des Flusses zugefroren.

Sorgfältig prüfen wir die Stelle, die wir vor zwei Tagen rekognosziert haben. Befund: Wasser fliessend – kein Eis. Micky gibt das „OK“. Nun kann es los gehen. Wir machen uns ans Holz suchen. Es soll ein grosses Feuer werden. Schliesslich hat es einige Leute zu wärmen. Währenddem die drei Roma-Männer ein gewaltiges Feuer machen, fahre ich zurück ins Baneassa und hole Frauen und Kinder der Hausgemeinde ab. Nächstes Ziel: Staudamm. Dort treffen wir auf die Ady-Hausgemeinde und fahren mit ihnen den Fluss hinunter. Dicht gedrängt um das Feuer, feiern wir Gottesdienst.

Dann erzählt Csabi aus seinem Leben: Wie er vor gut einem Jahr durch einen Unfall am Arbeitsplatz seine Gehfähigkeit verloren hat und wie er dann durch unser gemeinsames Bibelstudium Jesus begegnet ist, wie ihn Jesus schrittweise geheilt hat und dass er nun entschieden ist, Jesus für den Rest seines Lebens nachzufolgen. Für mich ein bewegender und emotionaler Moment. Ich stelle Csabi einige Fragen: „Willst du Jesus Christus als Herrn, Freund und Mittelpunkt deines Lebens haben und bist du bereit seinen Anweisungen zu folgen? Willst du nichts mehr mit dem Teufel und all seinem Wesen zu tun haben? Willst du...... dann bezeuge das nun mit der Taufe.“

Gemeinsam mit allen Männern klettern wir das steile und eisige Bord zum Fluss hinunter. Csabi und ich steigen in den Fluss. „Te botez în numele tatalui, al fiului si al duhului sfînt.” Diesen Satz habe ich für die Taufe auswendig gelernt. Csabi steigt glücklich und als neuer Mensch aus dem frostig kalten Wasser.

Micky und Zsigobacsi stehen mit dem Handtuch bereit und helfen uns aus dem Fluss raus. Möglichst schnell tauschen wir die nassen Kleider gegen trockene aus und machen uns auf den Weg in die warme Wohnung von Melinda im Ady. Erstmals gibt’s heissen Tee, dann gibt fast jeder der zwei Hausgemeinden Csabi etwas mit auf seinen jungen Weg mit Jesus. Wir bitten unseren Vater im Himmel, dass er Csabi mit seinem Geist füllt und wiederum werden Zeugnisse gegeben, welche Erfahrungen mit dem Heiligen Geist gemacht wurden.

Nun sind wir wieder zu Hause. Ich hänge die nassen Kleider auf und stopfe meine nassen Militärschuhe mit Papier voll. Ich bin überglücklich. Heute ist ein grosser Durchbruch geschehen und ich bin unserem Gott so dankbar für all die Wunder, die er in Csabi’s Leben getan hat, damit es zu dieser Taufe kommen konnte.

Samuel Bucher

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