Neuer Fernseher aber nichts zu Essen auf dem Tisch...

Finanzielle Probleme, dafür einen neuen Fernseher in der Baracke. Solche grotesken Situationen treffen wir in den Slums immer wieder an.
Die Brüder Edmund und Bernhard sind mir in der letzten Zeit im Kinderprogramm immer wieder aufgefallen. Sie sind meistens sehr hungrig und ungewöhnlich ruhig, fast schon apathisch. Als ich ihre Familie besuchte, lernte ich ihre fünf anderen Geschwister und die Eltern kennen. Leider waren sie nicht sehr offen für Gespräche, sie erzählten uns lediglich, wie schlimm die finanzielle Situation sei. Natürlich wollten wir ihnen gerne helfen, aber die Frage ist immer wie. Als wir hörten, dass eine Tochter ihr Bein operieren lassen muss, sahen wir unsere Gelegenheit. Doch als wir zu ihnen gingen, um diesbezüglich mit ihnen zu sprechen, stellten wir fest, dass sie sich neue Möbel, einen Fernseher und einen DVD-Player im Wert ungefähr CHF 1500.- gekauft hatten (Leute aus den Slums verdienen in der Regel monatlich gegen CHF 200.-)! Wir haben uns daraufhin klar gegen eine Unterstützung entschieden.
Als wir diese Familie einige Zeit später wieder besuchten, erzählten sie uns, dass sie alles wieder verkaufen mussten, damit sie genügend Geld für Essen und Miete hatten. Sie waren plötzlich viel offener für Gespräche und die Mutter erzählte uns, dass ihre Kinder oft nur das Sandwich von unserem Programm zu essen hätten. Sie erzählte auch, dass sich die beiden Söhne, die das ICA Kinderprogramm besuchen, sehr zum Positiven verändert hätten.
Aliona Munteanu



